Samstag, 21. November 2015

Freundschaft

Was mich immer noch sehr beschäftigt ist das Thema Freundschaft und vor allem die Bedeutung der Freundschaft in diesen einsamen, harten Zeiten.

Wo waren meine Freunde in diesen dunklen Tagen & Nächten? Habe ich ungenügend kommuniziert, wie schlecht es mir wirklich geht, wie rabenschwarz es in meiner Seele aussieht?  Sehen sie schlicht keine Notwendigkeit anzurufen oder mich zu besuchen? Habe ich die Momente vergessen WENN sie sich gekümmert haben und erinnere ich mich nur an die einsamen Tage wenn sie es nicht taten? Habe ich nicht mehr Unterstützung weil mein (ungesunder) Drang nach Selbständigkeit verhindert, dass ich genug danach frage? Wo waren sie, als ich sie so dringend gebraucht hätte, sei es um eine Erledigung gegangen oder um eine so dringend benötigte Prise Hoffnung & Trost. Wie damit umgehen dass zum Verlust eines „normalen“ Lebens auch noch der Verlust von Freundschaften zu verkraften ist?

Diese Fragen sind für mich immer noch schmerzhaft. Diese Gleichgültigkeit meinem Leiden gegenüber. Ist es Hilflosigkeit, ist es pure Ignoranz?

Ich weiss, dass mich diese Fragen nicht weiter bringen. Ich weiss, dass es Energieverschwendung ist, Freunde oder Ärzte davon überzeugen zu wollen, dass die Krankheit real und schmerzhaft ist. Das leuchtet mir ein! Jedenfalls auf der rationalen Ebene. Meine Gefühle sprechen da eine andere Sprache und werden mich wohl noch etwas länger beschäftigen.

Ich wünsche allen ein positives, verständnisvolles Umfeld!

Herzlich,
Christine

Donnerstag, 19. November 2015

Mittags nicht zu schlafen bedeutet Stress

Ich lege mich auf der Arbeit jeden Mittag hin. Wie ich schon geschrieben habe, hab ich mir dafür extra einen Liegestuhl gekauft und den auf der Arbeit in den Keller gestellt. Ohne diesen Mittagsschlaf, würde ich den Arbeitstag kaum überstehen. Es gibt Tage, da freue ich mich bereits beim Aufstehen darauf, mich am Mittag hinlegen zu können. 

Anfangs habe ich mich für mein Nickerchen geschämt und versucht, meine Angewohnheit zu verstecken. Schlaf ist ja nicht eben angesagt in unserer Leistungsgesellschaft. Inzwischen haben sich alle daran gewöhnt, dass Christine im Keller einen Liegestuhl stehen hat. Zudem ziehe ich mich zur Meditation zurück und nicht zum Schlafen ...
Es kommt nun sogar vor, dass ich Kollegen von "meiner" Liege verscheuchen muss. Es haben nun auch andere rausgefunden, wie gut so eine Auszeit tut. Nur liegt die Müdigkeit bei ihnen nicht an CFS sondern an der anstrengenden Freizeit :-)

Es ist ja schon länger bekannt, dass eine Siesta gut tut und sich die Batterien dadurch wieder aufladen lassen (was leider bei CFS nicht wirklich klappt). 

Ein Satz im erwähnten Artikel hat es mir besonders angetan: "Wenn wir müde sind und gegen den Schlaf ankämpfen, dann bedeutet das Stress - und ein Mittagsschlaf nimmt ihn. Stress schadet Körper und Seele." Ich tue eigentlich den ganzen Tag nichts anderes als gegen die Müdigkeit anzukämpfen, obschon ich weiss, dass das nicht gut ist, weiss ich nicht, wie ich aus dieser Stressfalle rauskommen soll. Leider lässt sich dieses Dilemma zur Zeit nicht lösen und ich versuche einfach so gelassen wie möglich durch den Tag zu kommen. 

Herzlich,
Christine

Beitrag zu CFS im NDR

kurzer, informativer Beitrag zu CFS. link zur Sendung