Donnerstag, 31. Juli 2014

CFS/ME: B12 Injektionen - ein Selbstversuch


Nach Monaten des totalen Stillstandes war ich nahe dran, in eine Depression zu fallen. Das ewige Aufraffen für die kleinsten Dinge des Alltags hat mich Energie gekostet, die ich nicht habe. Alle Bemühungen verliefen im Sand  und machten mich zunehmend mutlos.
Ich habe mich dann entschieden, B12 zu spritzen (vor allem aufgrund der Empfehlungen von Dr. Myhill). Da ich mich seit 35 Jahren vegetarisch ernähre, ist es möglich, dass ich nicht gut mit Vitamin B12 versorgt bin.


Informiert über B12 habe ich mich hier hier.
Was mich nun zurückgeworfen hat ist eine schwere Erkältung, die zu einer Lungenentzündung wurde. Mein überbordendes Immunsystem hat sich über die letzten Monate beruhigt, ich hatte kaum mehr Halsschmerzen und geschwollene Drüsen, dafür bin ich nun wohl anfälliger für Infektionen. Das Antibiotika habe ich sehr schlecht vertragen und bin auch einen Monat nach Beendigung der Kur immer noch geschwächt. Nun übe ich mich einmal mehr in Geduld und versuche negativen Gedanken keinen Platz zu bieten. Ich weiss, dass es wieder aufwärts geht - vielleicht nicht morgen aber übermorgen bestimmt :-)

In der Schweiz ist B12 nur auf Rezept erhältlich. Ich habe es mir in Deutschland bestellt, Spritzen gekauft und mich auf YouTube schlau gemacht, wie selber spritzen. Mit etwas Überwindung ging das ganz gut. Das Resultat war nach ein paar Tagen spürbar. Ich kam mühelos in den 1. Stock meiner Wohnung, hatte allgemein mehr Energie und der benebelte Kopf hat sich etwas gelichtet. Nebenwirkung hatte ich kaum ausser ein paar Pickeln und, wie mir schien, lebhafteren Träumen.
 
Herzlich,
Christine 

Montag, 28. Juli 2014

CFS/ME: Denken ist die beste Art zu reisen

Wie gerne würde ich reisen! Das Meer sehen, wandern, auf einen Kurztripp gehen, spontan weg fahren, planlos, einfach so - Fehlanzeige, geht nicht, niente, nada, keine Kraft für Abenteuer.
My  home ist my castle, heisst die Devise.

Meg Says: Five Lessons I've Learnt About ME/CFS

Lesenswerter Post einer jungen Frau, die seit 6 Jahren von ME betroffen ist (auf englisch) und die beneidenswert damit umgeht.

Meg Says: Five Lessons I've Learnt About ME/CFS: This time last month marked the sixth year of being an ME sufferer and one year to the day of my official diagnosis. I had the date marked...

Samstag, 19. Juli 2014

CFS/ME: was hilft & was nicht

Immer und immer wieder: auf den Körper hören, wenn die Symptome stärker werden die Aktivitäten stoppen und ausruhen! Nicht verbissen gesund werden wollen, geschehen lassen und Geduld üben. Ich musste lernen, den Widerstand gegen die Krankheit und den Körper aufzugeben und die Situation zu akzeptieren genau so, wie sie im Moment ist. Das Loslassen und die Akzeptanz haben mich von einer grossen Last befreit. Das heisst nicht, dass ich mich aufgegeben habe. Ich bin überzeugt davon, dass ich gesund werde. Ich vertraue auf meine Selbstheilungskräfte und unterstütze meinen Körper dabei.

Vieles habe ich ausprobiert oder wende es immer noch an:
  • Magnesium, bei Muskelschmerzen.
  • Q10, zur Migräneprophylaxe
  • Vitamin C (hohe Dosen), bei entzündetem Rachen, gegen Grippegefühl
  • TCM, zur Stärkung des Immunsystems
  • Carnitin, habe keine positiven Effekt verspürt
  • Omega 3 Kapseln
  • Multivitaminpräparat 
  • Mariendisteltropfen von Ceres, zur Entgiftung, Unterstützung der Leber
  • Vitamin B12 Injektionen, täglich 2ml über eine Dauer von 50 Tagen. Ich spritze das B12 selber, nach 3 Tagen Anwendung ist es mir merklich besser gegangen, die Kraft in den Beinen hat sich stark verbessert. Ich habe das 1. Mal seit Beginn der Erkrankung das Gefühl, dass ich einen grossen Schritt vorwärts gemacht habe.
  • MBSR (mindfull based stress reduction) nach Kabat-Zinn, täglich mindestens 30 Minuten. Ich geniesse die denkfreie Zeit, die meinen Körper und Geist beruhigt. Die Meditation hilft mir enorm, negative Gedankenmuster zu unterbrechen, im Hier und Jetzt zu sein und nicht zu viel zu grübeln.
  • Pacing, ausruhen, kein Multitasking, gar nichts tun, kein TV, kein Computer.
  • Wenn es mein Zustand zulässt, täglich spazieren gehen oder Velo fahren. Ich habe mir einen Pulsmesser gekauft, das gibt mir die Sicherheit, nicht über meine Grenzen zu gehen. Ist der Puls über 100, schalte ich einen Gang zurück. 
  • Physiotherapie, hilft mir gut gegen Verspannungen im Schulterbereich
  • Craniosacral-Therapie, eine Wohltat 
  • Kognitive Verhaltenstherapie, hat mich durch die grössten Tiefs getragen
  • gesund essen, Zucker streichen, täglich ein probiotisches Produkt
Ist ganz schön viel, was ich in meine Genesung investiere aber es zeigt Wirkung. Mir geht es besser als vor einem Jahr. Was genau den Ausschlag gegeben hat, ist schwierig zu sagen. Da ich nicht glaube, dass die Erkrankung nur einen einzigen Auslöser hat, versuche ich alle Ebenen, die körperlichen wie die seelischen, gleichermassen anzugehen.

"Heilung ist immer die Aussöhnung mit dem Leben"

Herzlich,
Christine

Samstag, 5. Juli 2014

Kleine Helfer - Dankbarkeitstagebuch

Es ist nicht immer einfach, sich von der Müdigkeit, den Schmerzen, den negativen Gedanken und Ängsten nicht mitreissen zu lassen. Aus diesem Grund habe ich angefangen, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Ich schreibe täglich drei Dinge auf, für die ich dankbar bin. So fokussiere ich mich auf das Positive in meinem Leben. Es gibt Tage, da mir kaum etwas einfallen will, Tage an denen mir das Leben nur noch trostlos und nicht lebenswert erscheint. Und trotzdem, es ist noch kein Tag "weiss" geblieben. Es sind oft die Kleinen, unscheinbaren Dinge die ich notiere. Ein freundliches Lächeln, eine nette Begegnung, eine Weinbergschnecke im Garten.

Das Tagebuch lehrt mich, mich nicht auf das zu konzentrieren was ich nicht habe oder kann sondern mich an dem zu freuen was ist.

Das Dankbarkeits-Tagebuch soll sich ganz bewusst von einem normalen Tagebuch unterscheiden, denn hier schreibe ich wirklich nur die guten Dinge auf. Egal wie viele negative Dinge auch passiert sind.

Das Leben ist JETZT, ich mag es nicht mit Warten auf bessere Zeiten verbringen. Mir scheint, oft schätzen wir Alltägliches erst, wenn es uns entrissen wurde.

Was ist eure Strategie? Mich würde interessieren, was eure kleinen Helfer sind.

Herzlich,
Christine

Mittwoch, 2. Juli 2014

Erfolgserlebnis: Migräne und Coenzym Q10

Ich leide seit meiner Teenagerzeit unter Migräne. Alle paar Monate hatte ich einen Anfall. Mit dem schleichenden Beginn meiner Erkrankung wurde sie zum Dauergast und hat an Intensität zugenommen. Auf der Suche nach Besserung meines Erschöpfungsyndroms bin ich zufälligerweise auf eine Studie  über den Nutzen  von Q10 als Migräneprophylaxe gestossen. Ich nehme nun seit längerer Zeit täglich 200mg Q10 und der Erfolg hat sich bei mir bereits nach ca. 2 Wochen eingestellt. Die Anfälle wurden deutlich weniger. Leider scheint jedoch Q10 auf meinen Energielevel keinen Einfluss zu haben, ich konnte keine Besserung feststellen.

Ein kleiner Erfolg mit grosser Wirkung auf meine Lebensqualität!

Was sind eure Erfolgserlebnisse?

Herzlich,
Christine

Dienstag, 1. Juli 2014

CFS/ME: 1. Schritte nach der Diagnose

Es sind viele kleine Puzzleteile die zusammengesetzt werden müssen. Das erfordert Ausdauer und Geduld, schnelle Ergebnisse waren bei mir nicht sichtbar aber Schritt für Schritt geht es vorwärts und es gibt Phasen in denen es mir besser geht, es ist ein stetes Auf und Ab.

Beitrag zu CFS im NDR

kurzer, informativer Beitrag zu CFS. link zur Sendung